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In kaum einem anderen Film werden die Grenzen zwischen Illusion und Wirklichkeit so meisterlich verwischt, wie in David Lynchs Mulholland Drive (2001): Eine Frau spricht im Schlaf. Mit einer fast Fremden begibt sie sich wenig später auf eine Fahrt ins nächtliche Los Angeles. Im Club Silencio angekommen finden sie dicke, rote Vorhänge und und einen Ansager vor, der sich schon bald darauf im blauen Nebel aufzulösen scheint. Auch ein Trompete spielender Musiker betritt die Bühne. Doch als sich das Instrument von seinen Lippen löst, will die Musik nicht verstummen. “No hay banda! There is no band!”

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Natürlich sollen den Zuschauern beim Betrachten solcher Szenen Fragen über Fragen durch den Kopf gehen. Der Raum für Spekulationen ist weit geöffnet. Wer den Gesetzen des lynch’schen Kosmos auf die Spur kommen möchte, wird zum Beispiel in Autor Mark Allyn Stewarts Buch David Lynch Decoded einige zufriedenstellende Antworten finden.

Könnte man doch nur einmal am eigenen Leib erfahren, was Lynchs Darstellerinnen Naomi Watts und Laura Harring in Mulholland Drive erleben. Wahrscheinlich wäre es aufschlussreicher als jede noch so kluge Filmanalyse dieser Welt. Wer jährlich rund 780 Euro für eine Clubmitgliedschaft erübrigen kann, wird sich diesen Traum fortan verwirklichen können. Denn erst kürzlich ist Lynch unter die Clubdesigner gegangen und hat den Club Silencio an der 142 rue Montmartre in Paris Wirklichkeit werden lassen. Geradezu penibel arbeitete Lynch an der originalgetreuen Realisierung seiner “Antwort auf Andy Warhols Factory” - eine Kombination aus Club, Restaurant, Kino und Bibliothek. Hollywoodflair für das alte Europa!

Foto via Lynchland on Facebook