© Sony

Auf dem Markt für digitale Bücher tut sich was. Vorgestern stellte Sony die neueste Version seines Geräts zum Lesen digitaler Bücher im freien EPUB-Format vor. Einen Tag später verkündet Google im hauseigenen Blog, dass ab sofort über eine Million englischsprachige Bücher, deren Urheberrecht abgelaufen ist, im EPUB-Format über die Google Buchsuche heruntergeladen werden können.

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Der Sony Reader ist damit endlich auf dem Stand von Amazons Kindle, der allerdings schon seit seiner Einführung 2007 kabellos neue Bücher laden kann. Jetzt ist auch die Konkurrenz von Sony endlich per UMTS an das Internet angeschlossen, “Welcome to 2007, Sony!”, schreibt CrunchGear dazu nur.

Bei anderen Funktionen hat Sony aber tatsächlich die Nase vorn: Das neue Gerät gibt es in drei Versionen, die Deluxe-Variante für $399 hat einen berührungsempfindlichen Bildschirm, Nutzer können Textstellen direkt markieren und Notizen einfügen. Etwas kleiner und ohne UMTS-Anschluss ist die Medium-Variante für $299. Es wird auch eine Hosentaschen-Edition für $199 geben, ob die aber dieselben Features wie die großen Reader bietet, ist noch nicht klar.

Screenshot: Google Books

Gleichzeitig scheint sich das EPUB-Format als offener Standard für Buchdateien durchzusetzen. Während der Marktführer Amazon zwar auch kostenlose Bücher über seine Plattform anbietet, können sich Kindle Nutzer keine Dateien im EPUB- oder PDF-Format auf ihr Lesegerät laden. Ganz anders der Sony Reader: Beide Formate können auf dem Gerät geöffnet werden. Dank der offenen Strategie von Sony und der Initiative von Google stehen den Sony-Nutzern jetzt weitaus mehr Bücher zur Verfügung – über eine Million – als den Kindle-Lesern, die sich mit etwa 300,000 verfügbaren Titeln abgeben müssen. Amazon will eben viele Bücher über die eigene Plattform verkaufen, Sony will vor allem viele Kunden für seine Geräte finden, denen darum möglichst eine große Zahl an Buchtitel angeboten wird.

Für Kunden in Deutschland stellt sich die Frage nach offenen oder geschlossenen Anbietern nicht, da Amazon seinen Kindle nur in den USA vertreibt, und damit nur Sony auf dem Markt vertreten ist. Der neue Sony Reader in der “Touch Edition” soll ab Oktober für €300 in Deutschland zu kaufen sein, und den bereits erhätlichen PRS-505 Reader ersetzen. Ob alle drei Versionen, inklusive der Deluxe-Edition mit UMTS-Modem, in Deutschland angeboten werden, ist noch unklar.