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Calabasas, Kalifornien ist ein unbedeutendes Städtchen, welches nur in Verbindung mit den folgenden zwei Dingen hin und wieder genannt wird: Zum Einen handelt es sich hier um das einzige Fleckchen Erde in den USA, wo ein generelles Rauchverbot herrscht. Richtig gehört, nicht einmal in den eigenen vier Wänden darf man sich hier ungehindert eine anstecken.

Zum Anderen wurde in Calabasas vor genau zwanzig Jahren eine Band gegründet, die bereits Mitte der 90er ein unverkennbares Crossover aus Funk, Rock, Dance und Hip Hop stilistisch miteinander vereinbarte. Diese Band heißt Incubus und hat dieser Vergangenheit scheinbar gerade den Rücken zugewandt.

Gleichzeitig kürt MTV ihre achte Platte “If Not Now, When?” zum Album der Woche - jedoch mit dem Eingeständnis, die Band habe nun die Jagd auf die ganz breite Masse eröffnet. Kurz nach dem Deutschlandstart der neuen Schmuseplatte am 8. Juli stellten die fünf Musiker jedoch noch einmal live bei David Letterman unter Beweis, dass sie es eigentlich doch besser wissen.

Die Neue Single “Adolescents” live in Berlin

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“Hymnische Popsongs” und Mr. Grunge

In Zusammenhang mit “If Not Now, When?” sprechen viele Kritiker zu recht von einer Sammlung geradezu hymnischer Popsongs. Das verwundert aus vielerlei Gründen. Soll uns damit gesagt sein, dass der Prozess des Älter- und Erwachsenerwerdens zwangsläufig mit dem Anschlagen ruhigerer Töne verbunden ist? Auch von Produzent Brendan “Mr. Grunge” O’Brien hätte man nicht erwartet, dass er Incubus dieses Album so durchgehen lassen würde.

O’Brien hat in seinem beeindruckenden Bandportfolio immerhin auch Namen wie Pearl Jam, die Red Hot Chili Peppers, Rage Against The Machine, KoRn und Billy Talent stehen. Mit ihnen allen verband ihn offenbar eine Vorliebe für den guten, alten Punkrock. Doch auch Incubus blickt inzwischen immerhin auf eine vier Alben umfassende Zusammenarbeit mit O’Brien zurück. Hoffen wir bloß, dass sich die Jungs aus Calabasas mit dieser Platte nicht nur eine goldene Nase verdienen wollen…