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Knapp 50 Jahre Filmgeschichte geht der preisgekrönte Dokumentarfilmer Robert Weide hier mit uns durch. Das Objekt der Begierde, Kultregisseur Woody Allen, hat er dabei gerade mal zwei Jahre lang begleitet. Der als scheu geltende Workaholic Allen berichtet mit seltener Offenheit und dem ihm ganz eigenen Humor von seinem Leben und der Arbeit. Neben Archivmaterial und Filmausschnitten in großen Mengen lässt Weide ihn allerlei Anekdoten von Kollegen, Freunden und Familie erzählen.

Ganz beiläufig geschieht es so, dass wir es auch mit einer Reihe interessanter Weggefährten des New Yorker Kultregisseurs zu tun bekommen. Außerdem schlägt Weide so den großen Bogen von Allens früher Kindheit bis hin zur Cannes-Uraufführung seines bis dato letzten großen Werkes, “Midnight in Paris”. Weide portraitiert Allen als Privatperson, Autor, Filmemacher, Musiker und Schauspieler.

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V. a. die erste Hälfte des Films ist äußerst unterhaltsam und humorvoll. Sie zeigt den bisher tatsächlich fast unbekannten Werdegang des Regisseurs, seine ersten Versuche, Fuß zu fassen, sein Scheitern auf Bühnen bis hin zum Durchbruch als Regisseur und Drehbuchautor. Woody Allen wuchs Anfang der 30er Jahre in einer jüdischen Familie in Brooklyn auf und entdeckte sein unterhalterischen Fähigkeiten bereits während der Schulzeit. Als Gagschreiber und Comedian besserte er sein schmales Taschengeld erheblich auf.

Auch die endlosen Frauengeschichten dürfen selbstverständlich nicht fehlen. Sehr spannend: die Verflossenen kommen hier nämlich zu Wort - und äußern sich überraschenderweise stets positiv. Insgesamt ist es eine wirklich spannende und interessante Dokumentation über einen Menschen, den jeder kennt, und über den wir gleichzeitig fast nichts wissen. Filmisch ist eine abwechslungsreiche Mischung entstanden, die mit der selben Leichtigkeit daher kommt, wie Woodys Späße.